"Begierde ist des Menschen Wesen selbst."

Baruch de Spinoza, 1632 - 1677
"Der Mensch ist ein Bild Gottes."
Michelangelo: Die Erschaffung Adams
(Diese Überlieferung nimmt in verschiedenen Religionen eine zentrale Stellung ein.)
«Einfältige Leute wähnen, sie sollen Gott ansehen, als stünde er dort und sie hier.
So ist es nicht. Gott und ich sind eins im Erkennen.»
Meister Eckhart
„Gottesnatur,
um sich am Anblick ihrer Schönheiten zu erlaben, und wenn er dann wieder von seinem Auswege zurückkehrte, dann war es ihm, als hätte er in einem Tempel ein Gebet verrichtet; denn die freie Gottesnatur ist auch ein Tempel, freilich nur für denjenigen, der sich ein reines Herz und einen freien Blick dafür bewahrt hat, der erhabene Größe und Schönheit dieses Tempels zu bewundern."

„Rübezahl." Schreiber, Erik. Saphir im Stahl, 2014
Selbsterkenntnis
"...wir bei aller anderen Art von Erkenntnis den Gegenstand außer uns haben, bei der Selbsterkenntnis innerhalb dieses Gegenstandes stehen, daß wir jeden anderen Gegenstand als fertigen, abgeschlossenen an uns herantreten sehen, in unserem Selbst jedoch als Tätige, Schaffende das selbst weben, was wir in uns beobachten."
R. Steiner, GA 7, Einleitung
Eine andersartige Entwicklung nahm der Gedanke der Selbsterkenntnis im Platonismus. Für Platon stand der Aspekt im Vordergrund, dass der Mensch Wissen um das eigene Nichtwissen erlangen soll, damit er dann nach rechter Einsicht strebt und dadurch auch seinen Charakter veredelt.

Das Bemühen um solche Selbsterkenntnis war für Platon ein Bestandteil seines zentralen ethischen Projekts der Sorge um die Seele, deren Wohlergehen davon abhänge, dass sie Tugend (aretē) kultiviere.

Damit bahnte sich ein Bedeutungswandel an. Neben das traditionelle, eher resignative Verständnis von Selbsterkenntnis, das naturgegebene, unüberwindliche Grenzen des Erreichbaren hervorhob, trat eine optimistischere Interpretation. Sie machte die Aufforderung zur Selbsterkenntnis auch zum Ausgangspunkt für eine Einsicht in Entwicklungsmöglichkeiten, die dank der überirdischen Herkunft und Natur der Seele gegeben seien.

Solches Gedankengut wurde im Platonismus schon früh ausgearbeitet. Bereits in dem Platon zugeschriebenen, im 4. Jahrhundert v. Chr. entstandenen Dialog Alkibiades I war das anthropologische Konzept der Selbsterkenntnis der Seele voll ausgebildet.

Der dort dargelegten Auffassung zufolge besagt das Gnothi seauton, der Mensch solle sich als das erkennen, was er sei, nämlich eine den Körper bewohnende und gebrauchende unsterbliche und gottähnliche Seele.

Wikipedia
Vollendeter Mensch – Person, zu sein –
das ist die Bestimmung und der Urtrieb im Menschen.
Novalis
"Gnothi seauton" = "Erkenne Dich selbst!"
Entwicklung zur Mündigkeit
Heideggers Besinnung
auf das Menschenwesen